Historische Himmelsstürmer

Auf dem Sonnenplateau finden sich eine ganze Reihe von historischen Kirchen, die es sich lohnt zu besuchen. In vielen dieser Gotteshäuser finden noch regelmäßig Gottesdienste statt.
Wann und wo die Gottesdienste am Ritten stattfinden:

Sakraldenkmäler am Ritten

St. Antonius KircheKlobensteinDiese Kirche wurde, ebenso wie die Kirche von Maria Himmelfahrt, auf Betreiben der Sommerfrischler im 17. Jahrhundert erbaut. Eigentlich sollte der Bau nicht genehmigt werden, da die Kirche von Lengmoos ja nur wenige Gehminuten von Klobenstein entfernt ist. So wandten sich die Bozner an die Gerichtsgemeinde Ritten und in ihrem Ansuchen begründeten sie ihr Vorhaben folgendermaßen: "Man will in Klobenstein die Kirche nicht nur aus christlichem Eifer und zum Antrieb zur Förderung des göttlichen Lobes, sondern auch zum eigenen Trost und Nutzen und zur eigenen Bequemlichkeit, damit man während der Sommerzeit leichter und öfter die heilige Messe hören könne." Doch eigentlich war der Grund für den Bau dieser Kirche die Konkurrenz, die zwischen den Klobensteiner und den Maria Himmelfahrter Sommerfrischlern bestand: In Klobenstein wollte man den anderen in Nichts nachstehen, die zur gleichen Zeit ihre Kirche erbauten.
Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt"LengmoosLengmoos war im Mittelalter die "letzte Passhöhe der Alpen", die auf dem Weg in den Süden überwunden werden musste. Seit dem frühen 11. Jahrhundert stand auf dem Ulrichspass eine Kapelle des hl. Ulrich, ein Vorgängerbau der heutigen Pfarrkirche. Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1211 bestätigt das Bestehen eines Hospitals für Pilger und Arme. Bischof Friedrich von Trient vermachte diesem Hsopital die Pfarre St. Lucia zu Unne (Unterinn). Bald nach der Schenkung wurde in Lengmoos mit dem Bau eines größeren Sakralbaues begonnen. Im romanischen Turm befindet sich noch heute die Jahreszahl 1225. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, noch vor Ausbruch der Bauernunruhen, erhielt die Kirche ihre heutige Form. Sehenswert sind die Glasmalereien mit dem hl. Georg und der hl. Elisabeth, sowie die Strahlenkranz-Madonna um 1514. Ein Wandfreskenfragment aus dem 14. Jahrhundert mit der Darstellung der zwölf Apostel und ein Relief des Letzten Abendmals.
St. Nikolaus KircheMittelbergDie St. Nikolaus Kirche in Mittelberg wurde erstmals 1289 urkundlich erwähnt. Der Turm ist etwas jünger als die Kirche und dürfte erst im 14. Jahrhundert entstanden sein. Um 1400 wurde die Kirche nämlich erweitert und gotisch umgebaut, wobei der Turm die heute noch erhaltenen Spitzbogenfenster erhielt. Die Form, die die Kirche damals erhielt, hat sie bis heute behalten. Das ganze Kirchlein ist sehr schön aus regelmäßig verlegtem Natursteinmauerwerk erbaut. 1744 setzte man ihm dann eine stilmäßig zwar nicht passende, aber dennoch gefällige Zwiebelhaube auf. Die ältestete Glocke im Turm ist ein Guss aus der Zeit um 1500. Die Westfassade trägt noch den spätmittelalterlichen Putz, in den das Lünettenfenster über dem spätgotischen Spitzbogeneingang geschnitten wurde. An der Fassade sind die Fresken des hl. Christophorus und eines damit marmoriertes Rahmenband verbundenen Votivbildes zu Ehren des Kirchenpatrons Nikolaus.  Damit bedankt sich ein Weinlieferant für eine glückliche Fracht einer Weinfuhre, die von den Bozner Leiten über den Ritten führte. Der thronende Bischof Nikolaus segnet nämlich ein Pferdegespann mit anhängender Fässerfuhr. Das Christophorusfresko beschört den Schutz des Reisendenpatrons über die vorbeiziehenden Händler und Kaufleute. Zu den Heiligenszenen ist anzumerken, dass die hier angewandte Ikonographie in der Szene der Goldkugelspende als repräsentatives Kultbild für den Kirchenpatron umfunktioniert ist: Nikolaus tritt thronend auf und beschenkt die Mädchen mit Goldklumpen, der verarmte Vater ist an der Fensterleibung zu sehen. 
St. Verena KircheRotwand1256 wurde diese Kirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sie steht sehr schön auf einem von Gletschern geschliffenen Felsenhügel. Man geht heute davon aus, dass in der Vorzeit an dieser Stelle ein Opferplatz, wahrscheinlich aus keltischer Zeit gelegen hat. Die Kirche zur hl. Verena von Zurzach, der Legende nach eine christliche Begleiterin der Thebäischen Legion, gibt bereits vom Kirchentitel her mehrere Rätsel auf. Es handelt sich dabei um die einzige Verenakirche in ganz Tirol. Die romanische Kirche wurde zur Zeit der Gotik umgebaut. Der spätgotische Turm wurde im frühen 15. Jahrhundert begonnen und erhielt gegen 1500 seinen heutigen Abschluss. Die Ausstattung der Kirche entstand in den Jahren zwischen 1730 und 1770. Der Hochaltar wurde um 1730 erbaut, er lehnt sich in seinem säulenreichen Aufbau an den Marmoraltar in der Bozner Stadtpfarrkirche an. Das Hauptbild zeigt die Glorie der Kirchenpatronin unterhalb der Dreifaltigkeit. Das Altarbild begleiten die beiden Bischöfe Augustinus und Donatus mit Schwert, außen stehen Martin und Florian. Im Auszug findet sich eine geschnitzte Darstellung der Himmelfahrt Mariens zwischen den Heiligen Josef und Barbara, letztere Patrone für einen guten Tod. Heute sind die Bildwerke des Altars sichergestellt. Der evangelienseitige Seitenaltar war schon 1458 den Unschuldigen Kindern geweiht.  Die Orgel der Kirche ist ein Werk von Franz Reinisch in Steinach am Brenner aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. 
St. Georg und JakobOberbozenDas einsam gelegene Heiligtum reiht sich in eine Kette hochmittelalterlicher Sakralbauten, die allein von den Patrozinien her Aufschlüsse auf die Entstehungszeit geben. Georg war als Ritterheiliger beliebter Kultpatron in Adelskreisen, der Aufschwung der Jakobusverehrung markiert vor allem alte Wege, die immer auch Pilgerwege waren. So treffen sich in diesem Kirchlein beide Heilige, wobei anzunehmen ist, dass der Apostel der ursprüngliche Patron einer ins 12. Jahrhundert zurückreichenden Kirche war. Erstmals ist die Kirche 1289 in einer Urkunde erwähnt, deren Inhalt sich um die Erwerbung des unterhalb der Georgskirche liegenden Gadnerhofes dreht. Von kunsthistorischer Bedeutung sind die Malereien in der Apsis. Die Apsiskonche besetzt der Pantokrator, thronend auf einem Stufenthron, umgeben von der Mandorla mit den vier Evangelistensymbolen udn den Gestalten der Deesis. Von den Symbolen sind noch jene für Lukas, Markus und Matthäus erhalten, die stehende Gestalt hinter dem Matthäusengel kann als Johannes gelesen werden, er setzt als Pendant eine Mariengestalt voraus. Das Firmament ist durch aufgesetzte Silbersterne angezeigt. Den Scheitel des Triumphbogens besetzt ein Tondo mit dem schreitenden Lamm Gottes.

Den Schlüssel für die Kirche erhalten Sie im Tourismusbüro am Bahnhof in Oberbozen. Der Kirchenschlüssel kann auch reserviert werden: Tel. +39 0471 345245. 
BauernwallfahrtMaria SaalDer Ortsname Maria Saal leitet sich wohl von einer alten Salzstelle für das Vieh ab. Im volksfrommen Gedächtnis hat sich die vom Brixner Maler Alexander Dejaco 1924 in Temperatechnik gemalte Darstellung der Regenschirm-Madonna am Triumphbogen eingegraben. Die bäuerlichen Gestalten, die sich auf dem Fresko nach Geschlechtern getrennt Maria mit dem Kind nähern, sind Proträts von Dejacos Gastgeberfamilie vom Kerschbaumerhof. Vermittelnd treten die Deutschordensschwester und der damalige Pfarrer von Lengmoos auf, alle Lebensalter sind berücksichtigt. Zu Zeiten des ersten Weltkrieges war Maria Saal eine vielbesuchte Wallfahrt. Dejaco sah sein zunächst kirchlicherseites nicht genehmigte Wandbild als Votivbild für die glückliche Heimkehr aus dem Weltkrieg. Historisch gehört Maria Saal zu den zahlreichen barocken Maria-Hilf-Wallfahrten, die sich in der Peripherie befinden. Der Wallfahrtsort am Ritten nimmt seinen Ursprung im 17. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt der Ortsteil der Kirche, der ursprüngliche Altarraum ist heute als Sakristei in Verwendung, das alte Kirchenschiff dient heute als Chor. Der Hochaltar der Kirche stammt noch aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ist demnach älter als die beiden 1719 erbauten Seitenaltäre. Aus dem selben Jahrhundert stammt das frühere Altarblatt mit der Maria-Hilf und den in einer Landschaft stehenden Antonius von Padua und Rosa von Lima, eine Ansicht der Kirche ist beigegeben. 
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