Verborgene Schätze

St. Georg und Jakob Kirche

Das reizende Kirchlein St. Georg und Jakob befindet sich etwas unterhalb des Dorfes Oberbozen und lässt sich während einer schönen Wanderung von Oberbozen über den Sommerfrischweg und dann über den Erdpyramidenweg besichtigen.
Die freie Lage des Gotteshauses auf einem bewaldeten Hügel, die Kirchenpatrone, die einzelnen Bauformen und nicht zuletzt die Freskenausstattung sprechen für ein hohes Alter. Zwar liegt ein Großteil der Wandbemalung noch unter der Tünche verborgen, doch kaum man auf Grund der freigelegten Wandbilder schließen, dass es sich hierbei nicht nur um den ältesten Freskenzyklus auf dem Ritten, sondern um ein Kunstwerk handelt, das in seiner Eigenheit von überregionaler Bedeutung ist. Aber, wie angedeutet, vieles liegt noch unter der Oberfläche verborgen, und auf den da und dort verstreuten schriftlichen Dokumenten, die Aufschluss geben könnten, liegt noch viel Staub.

Früheste Erwähnung
Die Jahreszahl 1289 ist zwar sicher belegt, bezieht sich aber nur indirekt auf die Kirche. In der betreffenden Urkunde ist von Gadner-Hof die Rede, welcher mit diesem Datum von Graf Meinhard II. erworben wurde, und welcher eben „unterhalb der St. Georgkirche liegt.“ Die Kirche selber muss also noch früher erbaut worden sein.

Zur Baugeschichte und Ausstattung der Kirche
Wann mit dem Bau begonnen worden ist, wissen wir nicht. Der Um- und Ausbau des ursprünglich recht kleinen Kirchleins dürfte kurz von 1502 abgeschlossen worden sein, da in diesem Jahr nach einer Originalurkunde durch den Weihbischof von Trient der Hochaltar und der Seitenaltar geweiht worden sind. Aus dieser Zeit stammt auch das Portal in waagrechtem Kleeblattbogen mit zwei Hohlkehlen. Der gotische Glockenturm mit Sockel und Maßwerk an den Schallfenstern trägt die Jahreszahl 1625. Zu dieser Zeit wurde die Kirche barockisiert, wurden die Fenster erweitert, ein Tonnengewölbe errichtet und drei Fresken von Heiligen angebracht. Leider haben in letzter Zeit auch Kirchenräuber zugeschlagen und die Hoch- und Seitenaltarausstattung, worunter sich wertvolle Bilder und Statuen aus dem 17. und 18. Jahrhundert befanden, teilweise gestohlen. Der Rest wurde sichergestellt. Von den drei Glocken, die aus den Jahren 1654, 1585 und 1838 stammen, musste die mittlere im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden. Auf der Empore befand sich ein tragbares Orgelpositiv, welches 1930 nach Nürnberg verkauft wurde. Der Erlös wurde zur Finanzierung der neuen Orgel in Unterinn verwendet.

Die Fresken
1917 hat man mit der Freilegung der Fresken in der Apsiswölbung begonnen. Eine erste Schicht von Bildern, die 1380 entstanden waren, wurde abgehoben und ist seither verschollen. Darunter befand sich die ältere Schicht, die vor kurzem restauriert worden ist. Wir sehen hier Christus als Weltenrichter, umgeben von den Evangelistensymbolen und den Engeln. Darunter reihen sich die Apostel in Gruppen zu je zwei, welche miteinander im Gespräch zu sein scheinen. Während der Inhalt der Gemälde und die Anordnung der Dekoration noch ganz der Romanik zuzuschreiben sind, sehen Kunstexperten in der Ausführung der Apostelgestalten, in der starken Betonung der Konturen, ein deutliches Zeichen dafür, dass sich ein neuer Kunststil ankündigt, nämlich der gotische. Wir stehen hier gewissermaßen am Grabe der Romanik und an der Wiege der Gotik. Daraus ergibt sich eine ziemlich genaue Zeitbestimmung für die Entstehung der Bilder: die Jahrhundertwende um 1300.
Die Kirchenpatrone
Eine gewisse Unsicherheit ergibt sich bei der Nennung der Reihenfolge der Kirchenpatrone. In namhaften Abhandlungen (J. Garber, J. Weingartner, M. Frei) ist stets die Rede von der Kirche zu St. Jakob, wobei M. Frei hinzufügt: „Später kam der Ritterheilige St. Georg als Patron dazu.“ In der Beschreibung des deutschen Anteils der Diözese Trient von K. Atz und A. Schatz (1903) ist die Rede von der „uralten Filiale“ (der Pfarre Unterinn) zum hl. Georg und Jakob, und es werden noch weitere Heilige als Patrone genannt, und zwar der Reihe nach: St. Georg, Erhard, Jakob und Blasius.

Den Schlüssel für die Kirche erhalten Sie im Tourismusbüro am Bahnhof Oberbozen, gerne reservieren wir Ihnen den Schlüssel: Tel. +39 0471 345 245.

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