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6.1. Mit der Rittner Seilbahn auf die Sonnenterrasse
Gelebtes Brauchtum am Ritten

Osterbräuche: Der nahende Frühling taucht den Ritten in frisches Grün. Wiesen, Wälder und Gärten: noch erscheint alles ein bisschen zaghaft. Und doch, die Tage sind schon länger, wohltuende Wärme macht sich breit, die Sonne OsterspeisenklJPG.jpgscheint von tiefblauem Himmel. Je näher Ostern hin, umso dichter wird das Brauchtum rund um dieses große Frühlingsfest . . . am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und werden bis zur Osternacht durch die „Ratschen“ ersetzt . . . die Weihe des Osterfeuers leitet die Osternacht ein und am Ostersonntag macht die Sonne beim Aufgang drei Freudensprünge. Dies gibt das Gefühl der Menschen wieder, die sich über das Osterfest freuen. Während des Osteramtes ist die Speisenweihe noch in allen Dörfern üblich. Die schön geschmückten Körbe sind mit Eiern, Geselchtes, „Fochetz“ (Osterbrot) und Kräuter gefüllt. Dieses „Ostergeweihte“ steht beim Mittagessen als erster Gang auf dem Tisch. Beliebt bei Jung und alt ist das „Ostereier pecken“. Zwei hartgekochte Ostereier werden in die Hand genommen und aufeinander "geheckt". Das Ei welches ganz bleibt hat gewonnen und als Preis bekommt es der Sieger.

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Die "Walpurgisnacht"

Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai ist die einst so gefürchtete "Walpurgisnacht". Da fuhren nach altem Glauben die Hexen aus und feierten ihr Hauptfest. Das war die Zeit ihrer höchsten Macht. In manchen Gegenden steckten die Mägde, die in dieser Nacht Haus, Hof und Stall reinigten, alle Besen, Gabeln, Schaufeln und Rechen verkehrt, mit den Spitzen nach oben gerichtet, in die Erde, damit sich die Hexen, wenn sie durch den Kamin kamen, darin verhängen sollten . . . Erste Walpurgisnacht (PDF 2 MB) seit langer, langer Zeit am Ritten, zu der wir nicht nur die Hexen bitten . . .

Hexe4.jpgDie "Walpurgisnacht" war auch eine der "Freinächte". Braven Mädchen stellten die Burschen bändergeschmückte Fichtenbäumchen vor das Fenster. Schlechter waren die "Klatschbasen" und bösen alten Jungfrauen dran. Sie bekamen den "Schandmai" (ein dürrer Baumwipfel oder eine Strohpuppe).

Nach der Walpurgisnacht beginnt der Wonnemonat Mai und damit sind wir schon beim Maibaum, der auch der "Maje" oder "der Maien" hieß. Dieser Maibaum sollte in der Walpurgisnacht noch grün und frisch im Wald stehen, aber beim Morgengrauen des 1. Mai schon gehauen sein. Lange vor Sonnenaufgang fuhren die Burschen in den Wald, um dort mit Erlaubnis des Besitzers die schönste Fichte, Tanne oder Lärche auszuwählen. Der Baum wurde geschlagen, geschält und ihm nur ein Wipfel, der "Maibuschen" belassen. Um ja den höchsten Maibaum zu haben, wurden oft mehrere Stämme geschnitten. Die Mädchen schmückten den Baum und auf den "Wipfel" kam ein blecherner Hahn oder Hahnenfedern. Dies sollte ein Ausdruck der Stärke und Macht sein.

Nachbarsburschen versuchten den Baum zu stehlen, umzusägen oder statt des Maibuschens einen dürren oder einen Hohnbuschen aufzusetzen. Die erste Freinacht musste daher Wache gehalten werden. Der Maibaum war für unsere Vorfahren der Spender der Fruchtbarkeit. Er verbürgte das Weiterleben der Sippe durch Fruchtbarkeit in der Großfamilie und das wirtschaftliche Gedeihen durch Fruchtbarkeit auf den Feldern . . .

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Almsommer

Wenn der Almsommer sich seinem Ende zuneigt, ist auch das Welt abgeschiedene Leben der Alm_Pferdekl.jpgSaltner und ihrer Herden auf der Hochalm zu Ende. Das Almabfahren war und ist ein wichtiger Einschnitt im Bauernjahr. Am Ritten hat es seinen Höhepunkt am "Barthlmastag" den 24. August, dies ist der Tag des hl. Bartholomäus. Es ist ein lang ersehntes und sorgfältig vorbereitetes Ereignis. Da wird das gesamte Herdenvieh, das den Sommer über auf den Rittner Almen geweidet hat, zusammengetrieben, die Bauern kommen hinauf auf die Alm und sehen wie es Ihren Tieren geht.

Dieser "Barthlmasmarkt" ist seit uralter Zeit ein volkstümliches Almfest. Ab 10 Uhr spielt die "Wangener Musikkapelle" und lässt ihre schmissigen Weisen weithin über die Schian-Alm erklingen. Es durftet nach gebratenen Würsten und Krapfen . . Bartlmastag3.jpg. und um Schlag zwölf beginnt mit „Goaßlschnölln“, Saltnerrufen, Gewieher und Gebrüll der Einzug des Almviehs. Hier auf dem Sammelplatz wird das geälpte Vieh von den Bauern begutachtet und gegebenenfalls weiterverhandelt. Da müssen die Saltner zeigen was sie können und aus dem Gewimmel von grauen und braunen Rücken jedem Bauern sein Vieh heraus kennen, müssen Red' und Antwort stehen über den Almsommer . . .

Nach diesem Höhepunkt auf der Rittner Alm ist der "Bartlmastag" noch lange nicht zu Ende, denn am Nachmittag geht es gemächlich abwärts nach Pemmern, wo das Almfest allmählich ein Wiesenfest wird . . .

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Kräuter- und Blumensegnung

Sonnenblume.JPGDer Brauch, zu Mariä Himmelfahrt die Kräuter und Blumen zu segnen, ist zur Jahrtausendwende entstanden.

Zur Kräutersegnung werden in die Kirchen am "Hochunser Frauentag", den 15. August, gebracht: Johanniskraut, Kamille, Rittersporn, Eisenhut, Wermut, Frauendorsten, Feldquendel, Pfefferminze, Heidekraut und Baldrian.

Die Kräutersegnung ist ein Beispiel wie sehr christliches Brauchtum mit der Ehrfurcht vor der Schöpfung zu tun hat. Denn im Weihegebet wird Maria ersucht, bei Gott Fürbitte einzulegen. Man schreibt den geweihten Kräutern noch lange Zeit magische Kräfte zu, denn die Bauern vermengen sie im Viehfutter oder sie werden im Herd verbrannt um Gewitter fernzuhalten . . .

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Segenswünsche

Seit vielen Jahrhunderten ist es Brauch am Abend vor dem „Dreikönigstag“, Weihrauchfass.jpgHaus, Wohnung, Wirtschaftsgebäude und den Hof mit Weihrauch zu segnen und mit Kreide auf die Eingangstüren die Buchstaben C + M + B mit der Jahreszahl zu schreiben. Mit Kerzen, Weihwasser und Weihrauch begibt sich die ganze Familie singend und betend durch die verschiedenen Räume des Hauses, auch in den Keller, den Stall, in den Garten . . .

Segensgebet: Die Liebe Gottes erwärme dein Haus, sie erwärme deren Herzen die du magst, sie erhelle jedoch den Weg derer, die vom Dunkel überrascht sind. Dass jede Gabe, die Gott Dir schenkt, mit Dir wachse. Und noch etwas wünsche ich Dir: Dass Du in jeder Stunde der Freude und des Schmerzes die Nähe Gottes spürst – das ist mein Wunsch für Dich und für alle, die Dich mögen (irisches Segensgebet)

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