Die Rittner Bahn heute 
Im Grunde besteht die heutige, 6,8 km lange Bahntrasse aus zwei Abschnitten, welche sowohl vom Fahrplan als auch vom Rollmaterial her unterschiedlich bedient werden. Oberbozen, das seit 1966 den Betriebsmittelpunkt der Bahn darstellt, kann mit Recht stolz auf seinen Bahnhofsbereich sein. Wurde das Stationsgebäude mit seinem Umfeld jahrelang vernachlässigt, so entstand zwischen Juli 1990 und Mai 1991 ein gepflegtes Ensemble, das die investierten Finanzmittel sicher rechtfertigt. Seit Juni 1991 verfügt also Oberbozen über ein liebenswertes Ortszentrum, das eine beliebte Begegnungsstätte, ein angenehmer Aufenthaltsbereich, eine würdige Ein-, Aus- und Umsteigestelle der öffentlichen Verkehrsmittel Seilbahn und Lokalbahn und ein wichtiges Informationszentrum darstellt. Kurz gesagt, ein Ort, wo man sich richtig wohl fühlen kann. Dazu trägt das stilgerecht renovierte Bahnhofsgebäude ebenso bei wie der mit großen Porphyrwürfeln gepflasterte Bahnsteig, das helle Haltestellenhäuschen für wartende Fahrgäste, die gepflegte Grünanlage unter den mächtigen Roßkastanienbäumen. Von Oberbozen zweigt westwärts der kürzere Streckenteil nach Maria Himmelfahrt ab (1,22 km Länge), der zugleich auch die stärksten Neigungen aufweist (bis zu 4,5 %). Drei werktägliche Zugspaare versehen den Personenverkehr, durchgeführt mit einem Zweiachser. Aber auch Sonderfahrten bringen immer wieder Fahrgäste hierher. Hochzeitsgäste sah der Bahnhof Maria Himmelfahrt ebenfalls schon viele, wenn zur und von der Trauung das "Rittner Bahndl" benützt wird. In östlicher Richtung verläßt jener meterspurige Schienenstrang Oberbozen, der in vielen Windungen nach Klobenstein führt. Seit September 1966 schnurrt die "diensthabende" Vierachser im Stundentakt umweltfreundlich die 5,585 km durch Wiesenhaine, Weiden und bunten Mischwald. Kurz unterbrochen wird die genußvolle und bei guter Witterung unglaublich aussichtsreiche Fahrt bei den hölzernen Wartehäuschen von Wolfsgruben, Lichtenstern (Ausweichgleis) und Rapperbichl. In Klobenstein, dem Gemeindehauptort, besticht nicht nur das im Stil der Jahrhundertwende errichtete Bahnhofsgebäude mit Labestation (Bahnhofsbar), sondern vor allem der imposante Anblick des gewaltigen Schlernmassivs. Eine zweiständige Wagenhalle und ein freies Abstellgleis ergänzen hier die Bahnanlagen. Es empfiehlt sich, die in die Rittner Landschaft so reizvoll eingebettete Bahnstrecke samt den Haltestellen und Bahnhöfen sowohl mit der Bahn als auch auf Schusters Rappen besser kennenzulernen. Offiziell ist es allerdings, laut königlichem Dekret vom 9. Mai 1912, verboten, die Gleisanlagen zu betreten. Noch ein Tipp für die Fotografen und Filmer: gerade das Teilstück zwischen Rappersbichl und Wolfsgruben ist besonders reich an hervorragenden Standpunkten. Freunde ausgesuchter Motive kommen hier voll auf ihre Rechnung. Wer farbenprächtige Bilder schätzt, sei auf die Zeit im Mai (saftiges Grün und sattes Gelb durch die blühenden Blumen) und Oktober (dunkles Grün, leuchtendes Rot der Buchen und Lärchen, zartes Gelb der Birken, kräftiges Braun der Eichen) verwiesen. Also viel Spaß beim Bahnfahren, Wandern, Fotografieren und Genießen am Ritten! |